Leute sagen mir oft, dass ich zu viel Zeit hab und auf der einen Seite versteh ich den Gedanken, da es gerne mal so rüber kommen mag. Jedes Mal wenn ich mit meinen Freunden oder meiner Familie spreche, hab ich ein anderes Projekt oder ein altes abgeschlossen. Doch ich würde selbst nicht sagen, dass ich viel Zeit hab. Ich bin leider damit gestraft, alles lernen und machen zu wollen und das schon, seitdem ich ein Kind bin.
Ein ständiger Drang, Neues zu lernen
Ich will gar nicht anfangen zu beschreiben, wie viele Businesses ich schon gründen oder wie viele Bücher ich schreiben wollte. Wie viele Projekte ich angefangen und dann wieder aufgegeben hab. Ich hab aktuell immer noch einen bisher 80 DIN A4 Seiten langen Roman auf der Seite liegen, der meiner Meinung nach großes Potenzial hat groß zu werden. Aber will ich jetzt plötzlich Author werden? Wenn man meinen Interessen nach meinen Beruf raten würde, wäre ich bisher Grafikdesigner, Musiker, Author, Ballerina, Detektiv, Unternehmer, Politikerin, Maler, Schneiderin und noch so vieles mehr.
Ich möchte in diesem Beitrag kurz beschreiben, wie ich aktuell meinen Weg gefunden hab alle diese Projekte unter einen Hut zu bekommen. Vielleicht hilft es ja jemanden, der ähnliche Probleme hat.
Ich bin schon eine komische Art Mensch. Entweder, ich bin nur am Faulenzen für Tage und mach außer Serien schauen und schlafen nichts oder das komplette Gegenteil. Vor allem dieses Jahr stellt mich vor einige Herausforderungen, da meine Anforderungen an mich selbst Tag täglich steigen und es fällt mir zugegebenermaßen schwer, mich nicht mit anderen zu vergleichen, die vermutlich viel mehr schaffen als ich und das auch noch viel besser als ich es jemals könnte.
Ich glaub aber das ist grundsätzlich ein Fluch in meinem Arbeitsbereich: Man fühlt sich eigentlich jeden Tag wie ein Imposter. Wie oft ich mir schon gedacht hab: Kann ich eigentlich irgendwas oder tu ich nur so? Und das Schwierigste an meinem Job ist, dass man niemals wirklich fertig mit irgendwas ist. Unser Job ist es dann, einschätzen zu können, wann es reicht und wo man aufhören sollte.
Mein aktueller Projekt-Wahnsinn
Aktuell arbeite ich wiedermal an vielem Verschiedenen und ich möchte euch dazu einen kurzen Einblick geben:
- Ich arbeite gerade an einer Webseite, die ich seit über einem Jahr machen möchte, mich aber nie an die Umsetzung getraut hab. Das Design ist schon lange fertig. Diese besagte Webseite kann jetzt aber natürlich keine Standard Webseite sein. Auch die muss – wie auch mein Porftolio – Awwwards würdig sein...
- Ich arbeite an meinem Portfolio – mit dem ich natürlich nach all der Arbeit immer noch nicht zufrieden bin und baue gerade eine neue Leistung aus.
- Dann kommt jetzt bei der "Geballten Männlichkeit" ein neues Filmprojekt, das viele Meetings bedeutet. Das Drehbuch steht noch nicht mal und ich hab schon 10 ToDo's im Kostüm und Setdepartment.
- Dann versuche ich währenddessen noch einen Verein für uns zu gründen um auf lange Frist erstens besser aufgestellt zu sein und finanzielle Mittel für Requisiten zu generieren.
Und ich möchte dabei auch anmerken, dass ich das alles mache, während ich noch Vollzeit arbeite. Ich möchte mich nicht beschweren, ich liebe meinen Job. Aber zugegeben, eine Filmbesprechung nach einem sehr anstrengenden und langem Arbeitstag ist manchmal nicht sonderlich angenehm, aber gleichzeitig ist es auch ebenso belohnend.
Mentale Blocker und KI als Retter
Für eine lange Zeit war ich der Meinung, dass ich alles schaffen muss. Und das bestenfalls gleichzeitig. Aber was soll ich sagen, ich denke nicht mehr ganz so. Ich hab mich damit abgefunden, dass ich auch nur ein Mensch bin und auch neben der ganzen Arbeit leben möchte.
Das, was mir aber am meisten geholfen hat, ist, mir mentale Blocker zu setzen. Als ich im März meine Zwischenprüfung hatte, war das bspw. ein mentaler Blocker. In der Zeit hab ich in meiner Freizeit nicht gearbeitet und nur gelernt. Und damit hab ich mein Portfolio mental abgeschlossen und ich hatte wieder Platz für etwas Neues. Ich hab in meinem Kopf eine Art Kapazitätsplaner, der einigermaßen einschätzen kann, wie lange ich für etwas brauche und was die Priorität hat.
Wenn ihr selbst keinen mentalen Kapazitätenplaner habt, hilft es tatsächlich in so einem Fall die KI zu fragen. Claude macht einen super Job, relativ menschlich einschätzen zu können, wo deine Prioritäten liegen sollten und macht dir einen sehr strukturieren Plan.
Zusammengefasst kann ich euch nur auf den Weg geben: Es ist völlig ok, nicht perfekt in allem zu sein. Bleibt realistisch. Setzt euch Ziele und seht auch den Weg dort hin als Erfahrung und Erfolg. Wir Menschen sind mit Kreativität gesegnet und sollten das ausleben.